Ortsteil Reichelsheim / Die Straßen im Erweiterungsgebiet nach 1945

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Während des letzten Krieges und als Folge dessen wurden in Reichelsheim viele Menschen einquartiert, die entweder in den Städten ausgebombt wurden oder ihre Heimat verlassen mussten. Entweder sie mussten flüchten oder sie sind im wahrsten Sinne des Wortes vertrieben worden. 1939 lebten etwa 850 Menschen in Reichelsheim. Knapp 600 Menschen hatten in den Jahren bis 1946 in Reichelsheim ein Quartier erhalten. Viele konnten in der Zeit nach dem Krieg wieder in die Städte zurück oder fanden in einer anderen Gemeinde ein neues zuhause. Manche Familien wurden durch die Wirren des Krieges, der Flucht und der Vertreibung auseinandergerissen und fanden z.B. durch den Suchdienst des DRK wieder zueinander. 1946 jedenfalls betrug die Einwohnerzahl von Reichelsheim laut statistischem Landesamt 1414 Personen. Ein Zuwachs von knapp 565 Menschen, die einen Anspruch auf Wohnraum hatten. Leben auf engstem Raum in irgendwelchen Kammern, in alten heruntergekommenen Häusern - ja auch in Schuppen und Ställen - das war wohl Standard. Natürlich gab es auch glücklichere Situationen.

Es bildete sich alsbald eine Wohnungsgesellschaft, um in den Besitz von Land zu kommen. Keiner der ansässigen Landwirte war begeistert davon, in Ortsnähe für geringes Geld wertvolles Ackerland abzugeben. “Am Hayn“ - dort wo die Streuobstwiesen standen - konnte man sich am ehesten einig werden. 1947 wurde angefangen, die ersten Häuser in der heutigen Straße “Am Haingraben“ zu bauen.

Heinrich Geier, Rudolf Rieß und die Familie Michl/Moisl waren die ersten Bauherren im neuen Baugebiet - zugegeben nicht alles Heimatvertriebene ... passte auf dem ersten Blick zwar nicht zu der angesprochenen Zielsetzung aber es wurde Wohnraum geschaffen und es hatte sich Gewerbe in Reichelsheim etabliert. Heinrich Geier baute ein Schuhgeschäft zu seinem Wohnhaus, Rudolf Rieß eröffnete ein Geschäft für Haushaltsartikel und Elektrobedarf und Frau Moisl führte einen Friseursalon.


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