Ortsteil Reichelsheim / Badehaus

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In den 1890er Jahren ließen die Mitglieder einer Gesellschaft, die sich regelmäßig im Gasthof zur Post zum Stammtisch trafen, 30m oberhalb des Steges am Wäschbachgrabens ein Holz-Badehaus errichten, um dort ungestört - zumindest in den wärmeren Monaten - in der Horloff baden zu können. Baden ... na ja, das Badehaus maß etwa 3x3m. Im inneren befand sich eine schmale Bank, auf der man sich beim An-und Auskleiden setzen und wo man seine Kleider ablegen konnte. Auf einer schmalen Treppe stieg man hinab in's Wasser. Die Badefläche war sehr klein und hatte einen Holzboden. Dieser als auch die Treppe waren durch Algen so glatt, daß man sich sehr vorsichtig bewegen mußte, um nicht hinzuschlagen. Dieses Badehaus war ständig verschlossen und nur wer im Besitz des Schlüssels war, konnte hinein und baden. Ein Vergnügen war so ein Bad im Kabinchen ja nicht, man konnte sich darin nur waschen oder ein wenig plätschern. Außerdem war das Baden in der Horloff meist den Kindern vorbehalten, denn Baden war zu dieser Zeit für die Geschlechter streng getrennt.


Einen kleinen, wirklich schönen und dazu passenden Artikel fand ich in der Badischen Zeitung:
[Als Geschlechter getrennt badeten (pdf-Ausdruck der Seite vom 02.08.2016)]
[Als Geschlechter getrennt badeten (Link zur Webseite)]


Hier ein dazu passendes Bild - entnommen der Webseite http://www.tagblatt.de/Nachrichten/So-ein-Freibad-ja-das-ist-doch-schoen-231197.html am 02.04.2017
Solche Bretterbuden wie am rechten Bildrand dienten den Frauen noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts als „Badehäuschen“. Bild: Tübinger Schwimmverein


Siehe dazu auch den Artikel zur Männerkaute