Ortsteil Beienheim / Die Straßen, Gassen und Plätze im "neuen" Beienheim

Aus Historisches Reichelsheim

Hier werden jetzt die Straßen und Plätze welche in der Version "des alten Beienheim" nicht aufgelistet sind verarbeitet. In Beienheim wurde durch den Zusammenschluss 1972 zur Stadt Reichelsheim nur eine "neuere" Straße geändert; aus Ringstraße wurde Parkstraße.

Dorheimer Strasse

Beienheim ist ein „Haufendorf“ und liegt an der Landstraße L3186. Die verhältnismäßig kurze Ortsdurchfahrt wird durch eine große Kreuzung mittig unterbrochen. Der nach Westen führende Weg ist die Dorheimer Straße. Mit aktuell nur 8 postalischen Adressen ist sie für ihre Länge nur kurz besiedelt. Zwei Häuser um 1930, ein Haus Ende 1940 und vier Stück ab 1952 auf der nördlichen Seite wurden dort errichtet. Ab hier bis zum heutigen Kreisverkehr Frankfurter Straße wird sie von Gärten eingegrenzt. Ein großer Tanz- und Feiersaal, erbaut 1930 durch den Gastwirt Heinrich Jost gehörte zu der seiner alten Gasstätte „Zur Eisenbahn“, welche der Bahnhofstraße zugeordnet war. Bis Ende 1944 wurde der Saal noch voll genutzt für Versammlungen und der Betreuung von verwundeten Soldaten aus den Bad Nauheimer Lazaretten. Hier war die Beienheimer Volkstanzgruppe, auch für Theateraufführungen, voll im Einsatz. Bis zum Ende des Krieges wurden der gesamte Raum inklusive Keller für Schutzauslagerungen (Möbel, Kleider, Schuhe) für Frankfurter Firmen zur Verfügung gestellt. Das meiste dieser Utensilien wurde nach der Kapitulation geplündert! Bis Ende 1959 war der Saal Auffanglager und Unterkunft für viele Vertriebene und Flüchtige des Krieges. Bis zu neun Familien waren dort regelmäßig untergebracht, die sich zum Teil im Ort integriert, niederließen. 1962 wurde der Saal wieder in seine ureigene Bestimmung umgebaut. Die „Central Bar“ entstand und bis in die 1990er Jahre pachteten sich mehrere Betreiber*innen zu einem normalen Gaststättenbetrieb ein. 1997 kaufte die Familie Zafar die gesamte Immobilie Dorheimer Str. 2 und baute sie zum Mehrfamilienhaus um.

Gartenfeldstrasse

diese Straße war die erste neugeschaffene Straße in Beienheim nach dem Krieg. Sie verlief vom Bahnhof im Osten mit einer Linkskurve nach Westen und mündete dort in die Frankfurter Straße. Die ersten Häuser wurden 1947 erbaut und die Bauplatzbestückung war bis bis auf Einen 1958 beendet. Viele junge und alte eingesessene Beienheimer erfüllten sich den Traum eines Eigenheimes. Im hinteren nördlichen Teil entstanden vier Doppelhaushälften. Bestimmt waren diese für Familien deren Männer bei der HEFRAG arbeiteten. Kriegsflüchtlinge, Vertriebene, Ausgebombte mit deren jungen Familienmitglieder bauten auch hier ihr Haus. Die finanzschwache Gemeinde konnte die Straße erst 1961/62 kanalisieren und befestigen. Bis zu diesem Zeitpunkt war dies im Ort die "Gartenschlammstraße". Wer von hier aus mit dem Zug fahren wollte konnte nur mit Gummistiefel sich auf den Weg machen und am Bahnhof die "gaure Schoau" anziehen. Nach der zweiten Erneuerung 2006 ist sie eine mit grünen Inseln verkehrsberuhigende Ortsstraße geworden. Dies belegt auch die Bilderreihe.

Parkstrasse

Die Planung für diese Straße, bis zu zum Zusammenschluss Reichelsheims war ihr Name Ringstraße, erfolgte nach der Fertigstellung der Gartenfeldstraße.

Riedweg

der Riedweg ist als Straße 1960 offiziell in den Straßenplan von Beienheim erschlossen worden. Als Weg gab es ihn schon ewig. Für die Bauern war es der nördliche Ausgang des Hains von Beienheim ins Ried und deren Äcker. Er war die Fortsetzung nach einer linken 90Grad Kurve der damaligen Hauptstraße und dem rechts liegenden Hottegarten (Karl-Kempf-Platz). Sein Anfang hat die Straße ab dem Weg Richtung Friedhof - die frühere nördliche Grenze des Ortes durch den Hain.

Hainpfad

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Frankfurter- Fram- Frankfurter-Strasse

die "alte" Frankfurter Straße begann einst an der alten Römerstraße auch "Hohe Straße" genannt und zog sich von Nord nach Süd als Feldweg und ab Ortseingang später leicht befestigt als Westgrenze an Beienheim vorbei!


Birkenstrasse

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Echzeller Weg

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Hinter den Gärten

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In den Spitzgärten

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Am Bahndamm

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Melbacher Strasse

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Bauernheimer Weg

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Sudetenring

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Am Wasserfall

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Geschwister-Scholl-Ring

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der "PLATZ DER ALTEN WAAGE"

An und auf diesem Platz befand sich seit den 1920er Jahren unsere Dorfwaage als „Fuhrwerkswaage“ erstellt. Technisch war sie eine Brückenwaage, großflächig befahrbar, deren Zweck darin bestand, Ernteerträge oder allgemeine Naturalien sowie Vieh und Schweine zu wiegen. Die Wiegeplattform war eine Konstruktion aus Holzbohlen auf einer Eisenrahmenkonstruktion die so groß war damit ein vierrädriger Wagen auf ihr Platz fand. Für jeden Wiegevorgang wurde vom Wiegemeister, der eine vereidigte Amtsperson war, eine Gebühr erhoben. Das Wiegehäuschen war ein blechüberdachter Verschlag und in ihm befand sich die einfache Balkenwaage mit den Schiebegewichten. Ihr Ende an diesen Platz an der heutigen Berliner Straße Nr. 11 ereilte sie im Mai 1962! Logistisch gesehen hatte sie hier auch keinen guten Platz! Der Bahnhof war viel zu weit weg; denn viele Güter wurden immer mehr mit der Bahn transportiert und somit erbaute man eine neue moderne Waage direkt an das Bahnhofsgelände zwischen Bahnhofstraße und der DB-Ladestraße.

die "KARLS-RUH"

Der Platz trägt diesen Namen seit 1955! Er wird auch Karlsruh und sogar Karlsruhe von jüngeren und zugezogenen Beienheimer genannt. Diese alte "Fläche" ist seit Jahrhunderten der wirkliche Mittelpunkt unseres Ortes. Er liegt an der Ecke Berliner Strasse - Erbesgasse. Auf ihm stand das alte Spritzenhaus! Es beinhaltete noch eine Unterkunft (bessere Zelle) für den Nachtwächter und für Durchreisende, wie Handwerker auf der Walz. Auf ihm stand das Kriegerdenkmal unter einer Linde. Er diente auch als "Kinderspielplatz" ohne Spielgeräte für Generationen Beienheimer Jugendliche. Bis Ende der 20er Jahre war dies auch der Kirmesplatz. Bürgermeister Karl Kempf ließ den Platz im Rahmen der Modernisierung von Beienheim umgestalten und schaffte hier einen abgetrennten Raum der Erholung. Die "KARLS-RUH" war geboren - Sie hatte nichts mit seinem Namen zu tun (sagte er) sondern weil mehrere Senioren mit dem Vornamen KARL dort schon immer sich "ausruhten". Noch heute wird dieser Orts-Mittelpunkt traditionell als Aufstellungsort des Maibaumes genutzt. Seit 1955 mit Tanz der Kinder und musikalischer Umrahmung des Gesangvereins. Ohne unsere Feuerwehr hätte niemals ein Maibaum dort Fuß gefasst. Umgestaltungen wurden laufend vorgenommen und dies mehrmals in den Jahren wo unser Örtchen sich bei dem Wettbewerb des Kreises "Unser Dorf soll schöner werden" beteiligt hat. Siege sowie Platzierungen unter den ersten Drei waren die Belohnung.

KARL-KEMPF-PLATZ

Ein Jahr nach dem Tod von Karl Kempf erhielt der Platz seinen Namen. Man ehrte den ehemaligen Bürgermeister (1949-1968) 1970 für seine Verdienste im Um- und Ausbau seiner Gemeinde. Bis Ende der 40iger Jahre diente er noch als Gänsewiese und links am Standort des jetzigen Kindergarten war dies die Beienheimer Schweinewiese. Der vordere freie Teil, war dem jetzigen Hainpfad zugeordnet und hat bei den Bürgern den Namen Hottengarten mundartlich von den Beienheimern bis heute "Hoddegarde" oder "Hoddegadde" genannt. - Schon im Mittelalter wurden Zimmerarbeiten für das gesamte Dorf hier erbracht und seinen Namen erhielt er durch den Flachsanbau in seiner näheren Umgebung und dessen Vearbeitung hier am Platz; denn in Niederhessen sind Hotten, Schwinghotten, wollige Flachsabfälle, welche sich beim schwingen des Flachses bilden". Durch Karl Kempf wurden in diesem Areal Kinderspielplatz, der Kindergarten und der Jugendsportplatz als Hartplatz erbaut. Der Bürgermund gab dem Platz, wegen der roten Asche, den Namen "Roter Platz". Allen Beienheimern dient er seitdem als Festplatz und grenzt direkt an den 2006 eröffneten Bürgertreff. Viele Einheimische, Jüngere wie Ältere, noch hier wohnhaft oder nicht, erinnern sich gern an den Beginn der Kinderfeste, welche ab 1965 zur Kindergarteneinweihung bis 1978 jedes Jahr im Sommer hier stattfanden.(rr)