Artikel der Rubrik "Damals" / Konfirmanden Beienheim im Jahre 1924

Aus Historisches Reichelsheim

Für den Stadtkurier 24. Mai 2024
Rubrik "Damals"

Verantwortlich und Ansprechpartner für die Rubrik "Damals":
Horst Diehl, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsverein Reichelsheim/Wetterau e.V. (HGV)
Bingenheimer Straße 29
mail-Adresse: h.diehl@web.de


Bildbeschreibung:

Beienheim

Konfirmation vor 100 Jahren

Am 21. April dem Ostermontag im Jahre 1924 wurden vierzehn Mädchen und Jungen in der Beienheimer Kirche konfirmiert. Es war die letzte Einsegnung des Pfarrers Wilhelm Wahl, der von 1904 bis 1924 hier als Ortspfarrer arbeitete. Danach war die Stelle für fast drei Jahre vakant.

Dieses Foto entstand am Eingang des alten Pfarrhauses in der Erbesgasse.
Damals üblich trugen alle Konfirmanden eine festlich schwarze Kleidung - viele Jungen erhielten zu diesem Anlass ihre erste lange Hose und somit gehörte natürlich auch ein Hut dazu. Ein Gesangbuch, teilweise mit eigener Namens- und Jahresprägung versehen, gehörte zur Ausstattung und man bekam es vorher als Erinnerungsstück.

Die Konfirmation war und ist auch heute noch ein Familienfest und damit auch mit Geschenken verbunden.
Bis in die späten 1950er Jahre waren diese Präsente traditionell am Übertritt ins Erwachsenenleben orientiert. Zum Beispiel erhielten die Jungen ihre erste Armbanduhr und die Mädchen ihre erste Aussteuer.

Dieser herbeigesehnte Tag beendete auch den nicht so geliebten Konfirmandenunterricht, welcher wöchentlich vom Ortspfarrer abgehalten wurde. Hier paukte man für die Befragung mit Katechismus Prüfung vor versammelter Kirchengemeinde. Meistens fand diese Vorstellung einen Sonntag vor der Konfirmation statt.
Dieses zusätzliche Lernen und der sonntägliche Pflichtbesuch der Gottesdienste schränkten die wöchentliche Freizeit doch sehr ein.

Bis in die Zeit der 1960er Jahre verließen die meisten evangelischen Schülerinnen und Schüler mit diesem Anlass in Deutschland die Schule. Es war das Ende der Volksschulzeit, also nach der achten Klasse. Ihr Alter belief sich dann auf 14 bis 15 Jahre.

Diese kirchliche Feier war somit zugleich ein lebensgeschichtlicher Einschnitt; denn Konfirmation, Schulentlassung und der Start ins Arbeitsleben fielen überwiegend zusammen.

Nun zu den Abgelichteten - die fünf Jungen in der hinteren Reihe waren:

Arthur Jahn, Friedrich Hachenburger, Karl Maul, Heinrich Bischoff und Otto Rosenbecker.

Davor die Mädchen mit ihren Geburtsnamen:

Dina Hartherz, Hedwig Fink, Else Seipel, Frieda Wetzstein, Helene Röder, Toni Hachenburger, Meta Münch, Luise Hachenburger, Pauline Fey

ganz links mit Bart: Pfarrer Wilhelm Wahl.


Beitrag und Recherche Rainer Rosenbecker, HGV Reichelsheim e.V. Arbeitskreis Beienheim
Bild: Anke Wagner (Enkelin von Toni Hachenburger verh. Reuß), Beienheim


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