Artikel der Rubrik "Damals" / Gedenkveranstaltung am Ehrenmal auf dem Friedhof: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Historisches Reichelsheim
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Volkstrauertag
 
Volkstrauertag
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Gedenk- und christlicher Feiertag. Dieser sogenannte “Stille Feiertag“ genießt den
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Am Sonntag dem 15. November ist Volkstrauertag. In Deutschland ein staatlicher "stiller" Gedenk- und christlicher Feiertag. Dieser sogenannte "Stille Feiertag" genießt den besonderen Schutz der Feiertagsgesetze der deutschen Bundesländer. Öffentliche Tanz- und Sportveranstaltungen sind verboten – die Fahnen wehen auf Halbmast.
besonderen Schutz der Feiertagsgesetze der deutschen Bundesländer. Öffentliche Tanz- und
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Gedacht wird der "Toten zweier Kriege an den Fronten und in der Heimat" – mittlerweile allen Opfern von Gewaltherrschaft und Terror, wobei auch gerne auf aktuelle Themen Bezug genommen wird.
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allen Opfern von Gewaltherrschaft und Terror, wobei auch gerne auf aktuelle Themen
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Der Volkstrauertag wurde 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges vorgeschlagen. 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. Am 1. März 1925 wurde dieser Tag erstmalig im ganzen Reich gegangen. 1926 wurde entschieden, den Volkstrauertag regelmäßig an Reminiscere, den fünften Sonntag vor Ostern zu begehen.
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Der Volkstrauertag wurde 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als
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Die Nationalsozialisten erhoben den Volkstrauertag zum gesetzlichen Feiertag und machten ihn zum Heldengedenktag. Hitler ordnete an, das Datum auf den 16. März zu verlegen, den Tag der Wiedereinführung der Wehrpflicht. Nicht mehr das "stille" Totengedenken sollte im Mittelpunkt stehen, sondern Stolz und Heldenverehrung. Es fanden Paraden, Aufmärsche und Kundgebungen statt und alle verfügbaren Fahnen wurden voll gehisst. <br>
Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges vorgeschlagen.
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Mit Kriegsbeginn 1939 kam diesem Heldengedenktag eine ganz besondere Bedeutung zu.
1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. Am 1. März 1925 wurde dieser Tag
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erstmalig im ganzen Reich gegangen. 1926 wurde entschieden, den Volkstrauertag
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In Abgrenzung zur Tradition dieses Heldengedenkens wurde in der Bundesrepublik Deutschland erst 1952 beschlossen, den Volkstrauertag wieder einzuführen und das Datum auf den Sonntag vor dem Totensonntag zu verlegen.
regelmäßig an Reminiscere, den fünften Sonntag vor Ostern zu begehen.
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Die Nationalsozialisten erhoben den Volkstrauertag zum gesetzlichen Feiertag und machten
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ihn zum Heldengedenktag. Hitler ordnete an, das Datum auf den 16. März zu verlegen, den
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Das folgende Bild wurde uns von Edith Füglein, Rosenheim zur Verfügung gestellt.<br>
Tag der Wiedereinführung der Wehrpflicht. Nicht mehr das “stille“ Totengedenken sollte im
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Vermutlich eine Feier zum Volkstrauertag am Ehrenmal der Gefallenen auf dem Friedhof in Reichelsheim. <br>
Mittelpunkt stehen, sondern Stolz und Heldenverehrung. Es fanden Paraden, Aufmärsche
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Im Hintergrund ist die 1949 erbaute Trauerhalle zu sehen. <br>
und Kundgebungen statt und alle verfügbaren Fahnen wurden voll gehisst. Mit Kriegsbeginn
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Rechts am Rednerpult Bürgermeister Otto Nohl, dahinter Wilhelm Marloff. <br>
1939 kam diesem Heldengedenktag eine ganz besondere Bedeutung zu.
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Links im Hintergrund Willi Henke und Erna Kratz. <br>
In Abgrenzung zur Tradition dieses Heldengedenkens wurde in der Bundesrepublik
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Weitere Personen sind leider nicht bekannt.
Deutschland erst 1952 beschlossen, den Volkstrauertag wieder einzuführen und das Datum
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auf den Sonntag vor dem Totensonntag zu verlegen.
 
Das folgende Bild wurde uns von Edith Füglein, Rosenheim zur Verfügung gestellt.
 
Vermutlich eine Feier zum Volkstrauertag am Ehrenmal der Gefallenen auf dem Friedhof in
 
Reichelsheim. Im Hintergrund ist die 1949 erbaute Trauerhalle zu sehen. Rechts am
 
Rednerpult Bürgermeister Otto Nohl, dahinter Wilhelm Marloff. Links im Hintergrund Willi
 
Henke und Erna Kratz. Weitere Personen sind leider nicht bekannt.
 
  
 
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Aktuelle Version vom 13. November 2020, 16:29 Uhr

Für den Stadtkurier 13. November 2020
Rubrik "Damals"

Verantwortlich und Ansprechpartner für die Rubrik "Damals" ist:
Horst Diehl, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsverein Reichelsheim/Wetterau e.V. (HGV)
Bingenheimer Straße 29
mail-Adresse: h.diehl@web.de


Bildbeschreibung:


Reichelsheim:


Volkstrauertag

Am Sonntag dem 15. November ist Volkstrauertag. In Deutschland ein staatlicher "stiller" Gedenk- und christlicher Feiertag. Dieser sogenannte "Stille Feiertag" genießt den besonderen Schutz der Feiertagsgesetze der deutschen Bundesländer. Öffentliche Tanz- und Sportveranstaltungen sind verboten – die Fahnen wehen auf Halbmast.

Gedacht wird der "Toten zweier Kriege an den Fronten und in der Heimat" – mittlerweile allen Opfern von Gewaltherrschaft und Terror, wobei auch gerne auf aktuelle Themen Bezug genommen wird.

Der Volkstrauertag wurde 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges vorgeschlagen. 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. Am 1. März 1925 wurde dieser Tag erstmalig im ganzen Reich gegangen. 1926 wurde entschieden, den Volkstrauertag regelmäßig an Reminiscere, den fünften Sonntag vor Ostern zu begehen.

Die Nationalsozialisten erhoben den Volkstrauertag zum gesetzlichen Feiertag und machten ihn zum Heldengedenktag. Hitler ordnete an, das Datum auf den 16. März zu verlegen, den Tag der Wiedereinführung der Wehrpflicht. Nicht mehr das "stille" Totengedenken sollte im Mittelpunkt stehen, sondern Stolz und Heldenverehrung. Es fanden Paraden, Aufmärsche und Kundgebungen statt und alle verfügbaren Fahnen wurden voll gehisst.
Mit Kriegsbeginn 1939 kam diesem Heldengedenktag eine ganz besondere Bedeutung zu.

In Abgrenzung zur Tradition dieses Heldengedenkens wurde in der Bundesrepublik Deutschland erst 1952 beschlossen, den Volkstrauertag wieder einzuführen und das Datum auf den Sonntag vor dem Totensonntag zu verlegen.


Das folgende Bild wurde uns von Edith Füglein, Rosenheim zur Verfügung gestellt.
Vermutlich eine Feier zum Volkstrauertag am Ehrenmal der Gefallenen auf dem Friedhof in Reichelsheim.
Im Hintergrund ist die 1949 erbaute Trauerhalle zu sehen.
Rechts am Rednerpult Bürgermeister Otto Nohl, dahinter Wilhelm Marloff.
Links im Hintergrund Willi Henke und Erna Kratz.
Weitere Personen sind leider nicht bekannt.


Rhm Gedenkveranstaltung am Ehrenmal.jpg