Artikel der Rubrik "Damals" / AK Gruß aus Blofeld um 1915

Aus Historisches Reichelsheim

Für den Stadtkurier 16. Februar 2024
Rubrik "Damals"

Verantwortlich und Ansprechpartner für die Rubrik "Damals":
Horst Diehl, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsverein Reichelsheim/Wetterau e.V. (HGV)
Bingenheimer Straße 29
mail-Adresse: h.diehl@web.de


Bildbeschreibung:

Blofeld

Eine Ansichtskarte "Gruß aus Blofeld", welche noch als Lithographie hergestellt wurde, und Zeichnung als auch Fotografie auf einer Karte Verwendung fand.

Vertrieben wurde diese Karte im Verlag Karl Schäfer, Blofeld

Die Motive Totalansicht (Süden) und die Alte Linde sind noch skizziert, während die Gastwirtschaft zur Erholung Georg Mogk bereits als Fotografie verarbeitet wird.

Georg Mogk, ein gelernter Maurer aus Echzell kam um die Jahrhundertwende mit seiner aus Bingenheim stammenden Frau und seinen sechs Kindern nach Blofeld.
Hier ließ er sich nieder und betrieb mit seiner Familie Landwirtschaft und eröffnete eine Gaststätte, die auch später noch von seinen Kindern weitergeführt wurde.

Zu dem Thema Gastwirtschaften und Fernseher hat Robert Stede einige Erinnerungen an "Damals" zusammen getragen:
In Blofeld gab es zunächst nur in zwei Gaststätten Schwarz-weiß-Fernsehgeräte.
Sonntagsmittags durften die Kinder gegen 5 Pfennige oder ein Getränk fernsehen. Abends taten dies die Erwachsenen bei mehr oder weniger bedeutsamen Verzehr von Getränken jeglicher Art.
Die Nachrichten, Sendungen der Moderatoren Kuhlenkampf oder Frankenfeld oder Krimiserien wie "Stahlnetz" oder Spielfilme waren sehr beliebt. Kam eine Folge von "So weit die Füße tragen", der Flucht des Soldaten Fortell aus Sibirien, so waren die Straßen wie leergefegt.
Die Bitte an meine Stammwirtin, den Fernseher doch einmal auszulassen, wurde kategorisch abgelehnt. War sie, wie nicht selten, eingeschlafen und man machte den Fernseher aus, konnte man von ihr aber was erleben.
Meinungsverschiedenheiten wegen des Fernsehens zwischen jungen und älteren Gaststättenbesuchern blieben natürlich nicht aus.

Nach und nach hatte dann jede Familie ihren eigenen Fernseher und unsere Wirtin den ihren für sich alleine.


Die Ansichtskarte wurde von Familie Strahl, Blofeld zur Verfügung gestellt.

Bl-Suedansicht 1910.jpg