Ortsteil Reichelsheim / Bürgermeister: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 7. November 2019, 08:54 Uhr

Die Reichelsheimer Bürgermeister bis zur Gemeindereform in 1972

Für die Jahre 1818 bis 1866 können die Namen den Staats-und Adressbüchern des Herzogtums Nassau entnommen werden, welche bis auf die Jahre nach der Revolution 1848 - 1850 lückenlos vorliegen.

Nach der Revolution in 1848 wurde eine neue Gemeindeverwaltung eingeführt. Anstelle des Schultheiß, welcher als Vertreter des Amtmannes zur Ausübung der Verwaltungshoheit und Rechtspflege vom Landesherren bestimmt war, ist nun der Bürgermeister und mit ihm ein vierköpfiger Gemeinderat als Verwaltungsbeamte an die Spitze der Gemeinde gerückt. Die Bezeichnung des Amtes Reichelsheim wurde geändert in Kreisamt Reichelsheim. Der bisherige Amtsschultheiß Schmid wurde zum Bürgermeister gewählt und damit als Gemeindeoberhaupt bestätigt. Bereits Ende 1851 wird die nassauische Reformverfassung von 1849 wieder aufgehoben und das frühere Zweikammersystem des Landtags samt adligem Herrenhaus wiederhergestellt. Das Amt des Bürgermeisters bleibt bestehen.

Ab 1855 wird wieder Amt Reichelsheim geschrieben und anstatt vier Bezirksratmitglieder sind es nun sechs.


Nach dem 2. Weltkrieg war Reichelsheim unter amerikanischer Militärregierung. Rudolf Umsonst war kommissarisch als Bürgermeister bestimmt (siehe Gemeinderatswahlen 17.03.1946).

Als Stadtverordneter beeinflußte Willy Nohl in seiner Amtszeit maßgeblich die Entwicklung Reichelsheims in den Nachkriegsjahren. Ihm zu Ehren wurde im Jahr xxxx eine Straße benannt.

Die erste Bürgermeisterwahl nach dem Kriege fand am 05.06.1948 statt.


Einen hauptamtlichen Bürgermeister als Staatsbeauftragten gibt es erst seit der Gebietsreform und Zusammenlegung der Ortschaften in 1972. Erster BM der Gesamtstadt Rhm war der letzte in Weckesheim amtierende BM Erich Steffan.



Bürgermeister (bis 1848 Schultheis) des eigenständigen Ortsteils Reichelsheim - soweit recherchierbar:
Name Vorname gelebt Amtsszeit Anmerkungen
Nohl Otto 1908 - 1986 1956 - 1972 letzter Amtsinhaber bis zur Gemeindereform
Marloff Wilhelm 1900 - 1979 1948 - 1956 erste BM-Wahlen nach dem Krieg am 05.06.1948
Umsonst Rudolf 1907 - 1987 1945 - 1948 durch US-Army angeordnete Wahlen kommissarisch bestimmt
Veith Karl 1887 - 1960 1933 - 1945 Amtsinhaber bis Kriegsende; gleichfalls Kreistagsabgeordneter der NSDAP
Steten Hermann 1864 - 1933 1919 - 1933 1926 wiedergewählt; siehe Stadtarchiv Abschnitt Ortsvorstand
Schmid Karl II 1851 - 1918 1906 - 1918 siehe Stadtarchiv Abschnitt Ortsvorstand
Steten August Hermann 1842 - 1906 1894 - 1906 siehe Stadtarchiv Abschnitt Ortsvorstand
Schmid Karl I 1836 - 1894 1889 - 1894 siehe Stadtarchiv Abschnitt Ortsvorstand
Schmid Wilhelm 1832 - 1906 1883 - 1889 siehe Stadtarchiv Abschnitt Ortsvorstand
Schmid (Vorname nicht zu ermitteln) 1882 siehe Stadtarchiv XXVI Abschn 1 Konv 2 Fasz 26
Schmid Wilhelm 1832 - 1906 1873 siehe Stadtarchiv XXVI Abschn 3 Konv 2 Fasz 11
Vogt Gustav 1864/66 siehe Friedberger Intelligenzblatt Nr. 73 v. 10.09.1864, Staats u. Adresshandbücher des Hzgt Nassau 1865/66
Schmid Johannes 1798 - 1864 1846 - 1864 siehe Staats u. Adresshandbücher des Hzgt Nassau 1846 - 1864
Gros Johann Wilhelm 1774 - 1845 1818 - 1845 siehe Staats u. Adresshandbücher des Hzgt Nassau 1818 - 1845

Diese Tabelle entstand unter Zuhilfenahme des Reichelsheimer Stadtarchivs, dem Archiv der Wetterauer Zeitung und der Nassauer Staats- und Adressbücher

Ab 1866 gehörte Reichelsheim zum Großherzogtum Hessen. Dem Staats-Handbuch Hessens waren leider keine Namen zu entnehmen.

Weitere Recherchen bis zurück in das Jahr 1665 wären z.B. anhand Stadtarchiv XV Abt 7 Abschnitt Gemeinderechnungen möglich.

Anmerkung

Der Begriff "Bürgermeister" von vor 1848 ist allerdings nicht definiert. Meist war vor dieser Zeit ein Bürgermeister der für die finanziellen Angelegenheiten einer Kommune Verantwortliche - es handelte sich hierbei um den Begriff des "Cassirer", welcher die Funktion des Gemeinderechners inne hatte.

Dorfvorsteher im Sinne des heutigen Bürgermeisters war zu dieser Zeit der Schultheiß (oder auch Schulze).