Artikel der Rubrik "Damals" / Lithografie Reichelsheim um 1900 in graustufen

Aus Historisches Reichelsheim
Wechseln zu: Navigation, Suche

Für den Stadtkurier 10. Mai 2013
Rubrik "Damals"

Verantwortlich und Ansprechpartner für die Rubrik "Damals" ist:
Horst Diehl
Bingenheimer Straße 29
mail-Adresse: h.diehl@web.de


In 1986/87 hatte Herr Gerhard Hofmann im Auftrag der Stadt Reichelsheim unter anderem ein umfangreiches Bilderarchiv erstellt, in dem alte Fotografien und Ansichtskarten aus allen Stadtteilen zusammengetragen und in langwieriger Arbeit dokumentiert worden sind.
Eine Auswahl dieser Bilder wurde nach Abschluß dieser Arbeit wöchentlich im Stadtkurier veröffentlicht und somit allen Bürgern zugänglich gemacht.
Nun - nach 25 Jahren - möchten wir diese Bilder erneut der Öffentlichkeit vorstellen und uns bei allen bedanken, die zu diesem Archiv beigetragen haben.

Wir hatten im Dezember mit " Weihnachtsgrüße aus Reichelsheim Anno 1950" begonnen und werden nun wöchentlich ein Bild mit der entsprechenden Dokumentation in der Rubrik "Damals" veröffentlichen.

Diese Beschreibungen sind möglicherweise lückenhaft oder gar fehlerbehaftet und sind nach damaligem Wissen überliefert und festgehalten worden.
Wir sind für jeden ergänzenden Hinweis dankbar und für jeden Verbesserungsvorschlag offen.


Bildbeschreibung:

Lithografie: Ansichten von Reichelsheim um 1900


Dieses Mal nicht als Farblithografie, sondern in schlichten Grautönen.

Die Karte ist im Juli 1907 geschrieben worden und zeigt sich nach all den Jahren in der typischen Sepia-Charakteristik.

Mit der Eigenschaft Sepia bezeichnet man in der Fotografie Bilder, die über die gesamte Fläche in einer gelblich-bräunlichen Farbe gehalten sind. Bei alten Bildern wird der Schwarz-Anteil mehr und mehr bräunlich und das Weiß auf dem Papier mit der Zeit gelblich-creme

Der Künstler, der diese Karte in verschobener Perspektive kreierte als auch der Verlag sind auf der Karte nicht benannt.

Abgebildet sind:
oben links das von Adolf Nohl in 1899 - im Kettenbrunnenweg gebaute Wohnhaus mit dem Anbau einer Schlosserwerkstatt aus dem Jahre 1901.
Kettenbrunnenweg daher, weil damals noch an der Ecke des Weges zur Weckesheimer Straße hin (heute Bad Nauheimer Str.) ein solcher Brunnen war.
Schon bald darauf übernahm der aus Jugenheim a. d. Bergstraße stammende Philipp Ross das Anwesen in der mittlerweile umbenannten Bahnstraße und eröffnete dort mit seiner Frau Henriette eine Gastwirtschaft. Später erweiterte er unter anderem mit einer Handlung für Kohlen und Baustoffe, Öfen und Herde, Fahrräder, Waschmaschinen und Nähmaschinen. Auf dem noch heute vorhandenen eisernen Tor stehen die Initialen PH R 1932.

Das Gebäude hatte zwischenzeitlich schon mehrere Eigentümer und ist vielen noch gut unter dem Namen Leuchtenberger oder auch Knoche in Erinnerung.

Rathaus und Bahnhof sind da schon einfacher zu erkennen.


Rhm Lithografie SW 1907.jpg