Artikel der Rubrik "Damals" / Gasthof Nicolay Hauptstr.1 um 1910

Aus Historisches Reichelsheim
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Für den Stadtkurier 17. Mai 2013
Rubrik "Damals"

Verantwortlich und Ansprechpartner für die Rubrik "Damals" ist:
Horst Diehl
Bingenheimer Straße 29
mail-Adresse: h.diehl@web.de


In 1986/87 hatte Herr Gerhard Hofmann im Auftrag der Stadt Reichelsheim unter anderem ein umfangreiches Bilderarchiv erstellt, in dem alte Fotografien und Ansichtskarten aus allen Stadtteilen zusammengetragen und in langwieriger Arbeit dokumentiert worden sind.
Eine Auswahl dieser Bilder wurde nach Abschluß dieser Arbeit wöchentlich im Stadtkurier veröffentlicht und somit allen Bürgern zugänglich gemacht.
Nun - nach 25 Jahren - möchten wir diese Bilder erneut der Öffentlichkeit vorstellen und uns bei allen bedanken, die zu diesem Archiv beigetragen haben.

Wir hatten im Dezember mit " Weihnachtsgrüße aus Reichelsheim Anno 1950" begonnen und werden nun wöchentlich ein Bild mit der entsprechenden Dokumentation in der Rubrik "Damals" veröffentlichen.

Diese Beschreibungen sind möglicherweise lückenhaft oder gar fehlerbehaftet und sind nach damaligem Wissen überliefert und festgehalten worden.
Wir sind für jeden ergänzenden Hinweis dankbar und für jeden Verbesserungsvorschlag offen.


Bildbeschreibung:

Blofeld: ehemaliger Gasthof Nicolay / Hauptstraße 1 / Aufnahme ca. 1910

Seinerzeit ein stattliches Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach in Traufstellung zur Hauptstraße hin.
Wenn auch heute ohne Vollfachwerk – nach wie vor eine Zierde des Dorfes.
Das Untergeschoß wurde 1974 im Zuge der Gebäuderenovierung durch Massivbau ersetzt.
Zum Gebäudekomplex gehört das ehemalige Brennhaus mit seinem massivem Untergeschoß aus dem Jahre 1834.

Personen auf dem Bild: Emilie, Marie und Hermann Nicolay

Der Gasthof war bekannt unter dem Namen „NICOLAYS ÄPFELWEINWIRTSCHAFT“ und war in der ganzen Umgebung beliebt wegen seines ausgezeichneten – natürlich selbst gekelterten Apfelweins.
Die 1828 gegründete Gastwirtschaft wurde von Hermann Nicolay bereits in der dritten Generation geführt.
Noch bis in die 60er Jahre stellte er das unübertroffene „Stöffche“ eigenhändig her. Sein „Geheimrezept“ nahm er allerdings mit ins Grab.

Seinerzeit schwärmten die Älteren:
„Dem Nicolaas Hermann sein Äppelwoi? Des woar de beste Drobbe in de ganz Gäjend.
Aans soan aisch d’r – woann do emol oaner krank woar, donn hot der sich beimHerrann zwaa Gläser Äppelwoi holle lasse. Des woar Medizin!“


Bl Gasthof Nicolay um 1910.jpg