Artikel der Rubrik "Damals" / Beienheimer Kirche 1938

Aus Historisches Reichelsheim
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Für den Stadtkurier 28. September 2018
Rubrik "Damals"

Verantwortlich und Ansprechpartner für die Rubrik "Damals" ist:
Horst Diehl, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsverein Reichelsheim/Wetterau e.V. (HGV)
Bingenheimer Straße 29
mail-Adresse: h.diehl@web.de


Bildbeschreibung:


BEIENHEIMER KIRCHE 1938

Bei Kirche innen 1938.jpg

Diese Aufnahme zeigt die Beienheimer Kirche von innen im Jahre 1938.
Die Renovierungen am gesamten Bauwerk begannen 1956 und endeten 1962.
Mit einem Festgottesdienst am 3. Advent, von Probst Weinberger gehalten, wurde die Kirche wieder in „Gebrauch“ genommen. Unser Ortspfarrer war damals Günter Heinrichs.
Im Bild sieht man an der Mauer nach Osten hin unten Schäden durch aufsteigende Feuchtigkeit, die 1961/62 an allen Grundmauern fachgerecht beseitigt wurden.
Hinter dem Altar und an der Decke befanden sich Putz-Gemälde. Alle Fensterbacken sowie Deckensprünge waren mit rotbraunen Malereien verziert.
An der Decke befand sich in einem Kreis eingerahmt ein Bild mit dem gen Himmel schwebenden Jesus und Ihn begleitenden Engel. Ein Schriftzug aus der Bibel in gleicher Kunstschrift wie an der Wand vervollständigte dieses Deckengemälde. Diese Malereien aus dem Jahr 1929 verschwanden im Laufe der Innenrenovierung, da die Restaurierung der beschädigten und verblassten Farben viel zu teuer geworden wäre.
Denkmalspflegerisch gab es auch keine Einwände.
Das hier zu sehende Kruzifix hatte Bestand bis 1962 und wurde mit dem Bau eines neuen Altars und Taufbeckens durch das heutige Kunstwerk aus Holz ersetzt.


Mittig des linken Ostfensters ist als Fensterbild (s. Abb. rechts) das Wappen der Althessischen Adelsfamilie Rau von und zu Holzhausen aus dem Jahr 1576 zu sehen.

Es befindet sich jetzt im 3. Fenster auf der Südseite und wurde durch Pfarrer Eigenbroth aus der alten Kapelle in die neue Kirche 1778 übernommen.

Seine Inschrift lautet: "Jost Rauhe zu Holtzhausen und Margretta von Cronberg 1576"


Auf der rechten Seite bei dem Aufstieg zur Kanzel ist oben das abhandengekommene Lutherbild zu sehen.

Darunter ein Holzgemälde mit dem Abendmahlmotiv in Anthrazit gehalten.

Diese Bild (s. Abb. links) hängt nun, farblich im Rahmen überarbeitet, auf der Nordseite unter der Orgel.

Die gesamte Sanierung von 1956-1963 begann mit der Einholung des neuen Dreigeläuts und deren Weihe. Die Gesamtkosten beliefen sich auf mehr als 170.000 DM. Diese Maßnahme erfolgte in Zusammenarbeit zwischen Pfarrer Richard Zimmer und Bürgermeister Karl Kempf sowie dem damaligen Kirchenvorstand.

Recherche Rainer Rosenbecker, HGV Reichelsheim e.V. Ortsteil Beienheim. Bilder wurden aus dem Fundus von Rainer Rosenbecker zur Verfügung gestellt.